
Welch ein überstrapazierter und aufgeblasener Begriff: Strategie. Wir neigen dazu von einer Strategie zu sprechen, obwohl wir ein Ziel oder eine Vision meinen. Auf der Webseite eines grossen Pharmakonzerns steht geschrieben: «Unsere Strategie ist es, ein führendes, fokussiertes Arzneimittelunternehmen aufzubauen, gestützt auf fortschrittliche Therapieplattformen und Datenwissenschaften.» Ich nenne das eine Vision. Denn es fehlt die Information, wie das Unternehmen dies erreichen will – also genauer gesagt: die Strategie.
Eins steht fest: Die meisten Unternehmen haben Wettbewerber. Sie alle buhlen im Markt, in dem sie operieren, um Marktanteile und die gleichen Kunden. Eine Strategie sollte aufzeigen, wie man seinen Mitbewerbern einen Schritt voraus ist. Eine Marketingstrategie sollte dir sagen, wie du dein Angebot besser vermarkten kannst als deine Konkurrenten. Eine PR-Strategie sollte klar umreissen, wie du – im Vergleich zu deinen Mitbewerbern – bessere Beziehungen zu deinen Kunden aufbauen und aufrechterhalten kannst.
Dazu braucht es nicht zig vollgeschriebene Seiten mit schwammig formulierten Floskeln. Fokussiere dich auf eine One-Page-Strategie. Denn Strategien entwickeln bedeutet, eine komplexe Herausforderung zu vereinfachen und mit einer Diagnose auf den Punkt zu bringen. Strategien entwickeln bedeutet Entscheidungen zu treffen – und vor allem auch, einige Dinge zu tun und andere zu lassen.
Eine Methode Strategien zu entwickeln kommt von Richard Rumelt’s «Good Strategy, Bad Strategy». Geht es nach ihm, besteht eine Strategie mindestens aus einer Diagnose, einer Leitlinie und einer Reihe kohärenter Aktionen. Hier ein Beispiel aus seinem Buch:
Diagnose:
Für einen Arzt erscheint die Herausforderung in einer Reihe von Symptomen seines Patienten und der dazugehörigen Patientengeschichte. Der Arzt stellt eine Diagnose, in dem er eine Krankheit benennt.
Leitlinie:
Sein gewählter Therapieansatz – z.B. bestehend aus Ernährung, Therapie und Medikamenten – ist die Leitlinie, wie die Krankheit therapiert werden soll.
Kohärente Aktionen:
Die spezifischen ärztlichen Verordnungen für Ernährung, Therapie und Medikamente sind die zu ergreifenden kohärenten Aktionen.
All das passt auf eine A4-Seite. Die Details der Aktionen können danach im Plan aufgeführt werden, der selbstverständlich dazugehört.
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